Siedlung - Verkehr
2. Symposium

Siedlung

Die Entwicklung Europas ist seit der industriellen Revolution gekennzeichnet durch Wachstum und Fortschritt. Am Anfang des 21. Jahrhunderts steht die Gesellschaft an einem Wendepunkt: Die Konsequenzen

  • einer zunehmende Globalisierung,
  • des Strukturwandels in Wirtschaft und Gesellschaft,
  • der zunehmende Arbeitslosigkeit und des Wandels der Lebensformen,
  • der ökologischen Fragen,
  • der Migration,
  • der Entwicklungen der Agglomerationen auf der einen und
  • des ländlichen Raumes auf der anderen Seite,

sind einige der auch grenzübergreifend zu bewältigende Phänomene dieser Umbruchsituation. Die Leitvorstellung einer ökologisch verträglichen, sozial gerechten und wirtschaftlich sinnvollen Raumentwicklung muss bei der Entwicklung von Konzepten für den sensiblen DACH+ Raum prioritär sein.

Die Beobachtung und Analyse der Verhältnisse im baulichen Bestand, Konzepte für die Umstrukturierung, Bestands- und Flächenmanagement sowie eine gezielte Wirtschaftsförderung sind wichtige Aufgabenfelder der Zukunft, wenn die Potentiale genutzt werden sollen. Neben einer möglichen baulichen Nachverdichtung und Nutzungsintensivierung bietet sich vor allem auch Möglichkeit einer nachträglichen Nutzungsmischung verschiedener Sozialstrukturen, des Arbeitens und des Wohnens an.

Vorarlberg

Daten und Indikatoren zur Raumbeobachtung könnten z.B. sein:

  • Strukturindex (Flächennutzungen)
  • Dynamik der Entwicklung (Siedlungsflächenentwicklung)
  • Erreichbarkeit Verkehrsträger, ÖV Erschließungsqualität
  • Einwohnerdichte/Siedlungsgebietsbeanspruchung,
  • Struktur Wirtschaft: Erwerbsquote, Produktivität,...
  • Dynamik der Wirtschaft: Beschäftigtenentwicklung, Gründungsaktivitäten

Verkehr

Die Verkehrsentwicklung im DACH+ Raum ist durch eine Vielzahl an Einzelthemen und nicht abgestimmten Lösungsansätzen geprägt. Der Raum ist ein typischer Grenzraum, in dem

  • zum einen unterschiedliche nationale Verkehrskonzepte aneinanderstoßen, bei denen die jeweiligen Grenzräume immer am Rand liegen und
  • zum anderen die großräumigen Verkehrsbewegungen in Nord-Süd und West-Ost Richtung verlaufen.

Im großräumigen Zusammenhang sind hierbei auf den unterschiedlichen Ebenen insbesondere die Bahn- und die großräumigen Straßenverbindungen von Interesse.

Obwohl der gemeinsame Binnenmarkt und die gemeinschaftliche Verkehrspolitik zu einem beträchtlichen Rückgang der Effekte nationaler Grenzen auf die Infrastrukturnetze führten, sind diese Effekte in Form von fehlenden Verbindungen immer noch deutlich sichtbar. Zwischen verschiedenen nationalen Eisenbahnnetzen gibt es sogar immer noch technische Unterschiede.

Die EU-Kommission betrachtet die Alpenregion zu Recht als derart gefährdet, daß sie eine Ausnahme von der Regel des liberalisierten Verkehrsmarktes für angebracht hält. Doch auch hier reichten »dirigistische« Maßnahmen nicht für eine Wende aus. Personen- und Güterverkehr entwickeln sich durch das alleinige Wachstum von Straßenverkehr und Luftfahrt in eine Richtung, die den Geboten von Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit diametral zuwiderläuft.

Gerade im Hinblick auf die Konfliktsituation im Alpenraum ist eine Raumbeobachtung der Verkehrsentwicklung von sehr großer Bedeutung.

Daten und Indikatoren zur Raumbeobachtung könnten z.B. sein:

  • Gesamtverkehrsaufkommen Strasse, Bahn, Luft, Langsamverkehr - modal-split
  • Einwohnerdichte/Siedlungsgebietsbeanspruchung, Beschäftigtenzahl
  • Pendlerbeziehungen, Verkehrsströme zwischen Wirtschaftsräumen
  • Besucher der Tourismusschwerpunkte, Verkehrsaufkommen TS
  • Flugaufkommen und Einzugsgebiete der Flughäfen
Flughafen Zürich


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